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Stadtsymbole





Stadtwappen Offizielle Beschreibung des Stadtwappens:

Am roten Schild ist der silberne doppelgeschwänzte Löwe ohne Krone, im Sprung dargestellt, nach rechts gewendet und über ihn gibt es gekreuzte Schlüssel mit dem Bart nach oben und außen gewendet.

     Das Prachatitzer Wappen kam während Jahrhunderten eine bestimmte Entwicklung durch. Die ersten Formen des Stadtwappens sind an den Stadtsiegeln aus dem Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts erhalten.
     Das heutige Wappen wird ab 1936 verwendet. Die gekreuzten Vysegrader Schlüssel stellen das Vysegrader Kapitel dar, das zur Gründungszeit die Stadtherrrschaft vertrat. Der weiße Böhmische Löwe erschien am Stadtwappen im Jahre 1493, wenn der Kaiser Friedrich III. das Prachatitzer Wappen durch diese heraldische Figur verbesserte.
     Am Stadtwappen erscheint ein Löwe im Sprung - das heraldische Tier. Es gilt die Regel, dass man Tiere in der Heraldik nie in seiner zoologischen Gestalt darstellt, aber immer stylisiert. Eine wichtige Regel ist, dass diese Figuren möglichst viel das Schild (das Schildfeld) ausfüllen. Aus diesem Grunde reichen sie mit ihren Körperteilen bis zu Ränden des Schildes, aber sie rühren ihn nie an (ob es nicht vorgeschrieben ist). Alle Tiere zeichnet man nach ihrem Charakter und Naturell, wobei Kraft, Tapferkeit und Mannbarkeit hervorgehoben werden. (Auch männliche Geschlechtsorgane werden dargeboten.) Der Grund dafür war, dass diese Zeichen ursprünglich zu einem bestimmten Zweck dienen sollten. Sie sollten durch ihr Aussehen den Feind einschüchtern, später Kraft und Macht demostrieren. Sehr wichtig fidet man die Position des Tieres am Schild. Die Vierfüßler sind oft im Sprung dargestellt, wenn das Tier auf hinteren Füssen gebäumt ist und das rechte Vorderbein gehoben hat. Ein heraldisches Tier tritt jedesmal mit rechtem Fuss vor.
     Der andere Bestandteil des Wappens - die Schlüssel sind ein Symbol der (Hohen)Priestermacht, die nach St.-Matheas-Evangelium binden oder auflösen: "Ich geb dir die Schlüssel des Himmlischen Königsreichs, was du auf der Erde bindest, ist im Himmel gebunden. Was du auf der Erde auflöst, ist im Himmel aufgelösen." Mit diesen Worten übergab Jesus Christus dem Hl. Petrus die höchsten Kompetenzen, über die in einem mehr oder weniger beschränkten Maß Priester verfügen.
     In der Heraldik kommen Schlüssel vor allem im Zeichen der Päpste. Man zeichnet sie mit dem Griff nach unten und mit dem Bart nach oben und außen gewendet.
     Das Zeichen des Vysegrader Kapitels besteht aus zwei Schlüsseln, aber sie sind anders als die Prachatitzer Schlüssel.

Ausführlicher lesen wir über die Geschichte des Prachatitzer Stadtwappens in der Publikation von Jiøí Èarka: Mìstské znaky v èeských zemích (Stadtwappen in Böhmischen Ländern), herausgegeben 1985:

     Als eine Stadt ist Prachatice schon Anfangs des 14. Jahrhunderts belegt. Auf ihrem ältesten erhaltenen Siegel gibt es die Abbildung des St.Petrus je nach der Einweihung des Vysegrader Domes. Das Vysegrader Kapitel war nämlich die Herrschaft in der Stadt Prachatice. Ein jüngeres Siegel aus dem Jahre 1412 fasst das St.-Jakob-Bild (der Eingeweihte der Kirche) zwischen zwei Wappen, und zwar dem des Vysegrader Kapitels und dem königlichen Löwen. Das dritte gothische Siegel aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts trägt am Schild: eine Burgmauer mit Tor und zwei Türmen, zwischen denen es ein kleines Schild mit zwei gekreuzten Vysegrader Schlüsseln gibt. Über dem Schild sind zwei Sternen. Die zeitliche Einreihung dieses Siegels ist unsicher, weil nur sein Abdruck in Eichler-Sammlung im Archiv des Nationalmuseums erhalten wurde.
     Zur Hussitenzeit verwendete die Stadt Prachatice in der Übergangszeit ein Siegel mit Kelch, Lanze und Leiter. Alles wurde mit der Dornkrone umwoben. Es war ein ähnliches Siegel, wie die Hussitenstadt Tábor hatte. Im diesem Fall ging es wahrscheinlich nicht um ein Stadtwappen, aber um ein Siegelzeichen. Für wenig praktische Seite des Stadtwappens wegen ihrer Kompliziertheit des Zeichens mit Burgmauer, Türmen und Wappen des Kapitels, die die Herrschaft von Prachatice nicht mehr war, wählte die Stadt im 15. Jahrhundert für ihr Wappen nur ein rotes Schild mit weißen gekreuzten Schlüsseln, die nicht mehr ihre ursprüngliche Bedeutung hatten. So lautet nämlich die Charakterisierung des Stadtwappens im Text des Privilegs von Friedrich III. am 5. Juli 1493. Mit diesem Privileg verbesserte nämlich der Kaiser das gerade beschriebene Wappen der Stadt Prachatice und er gab ans Schild unter die Schlüssel noch den böhmischen Löwen im Sprung nach rechts und mit offenem Maul mit vorgestreckter Zunge. Von dieser Zeit bis 18. Jahrhundert wurde das Prachatitzer Schild dargestellt als ein rotes Schild mit weißem böhmischen Löwen mit zwei gekreuzten Schlüsseln über ihm.
     Wohl im 18. Jahrhundert kam das ursprüngliche Zeichen wieder zur Geltung. Es war wahrscheinlich nach dem alten gothischen Siegelstock mit Stadtmauer und Türmen belebt. Es kam wieder als Abbildung ans Siegel und es wurde als Stadtzeichne mit Farben gemalt: Am blauen Schild war eine silberne Stadtmauer mit Bollwerk und offenem Tor, mit goldenen audgezogenen Gitter. Hinter den Befestigungsmauern traten zwei silbernen Türmen mit roten Dächern und goldenen Turmknöpfen, in jedem gab es ein großes Fenster. Zwischen den Türmen steht ein rotes Schild mit gekreuzten Schlüsseln. Dieses Zeichen wurde dann allgemein bis ins 19. Jahrhundert verwendet. Im Jahre 1881 wurde jedoch im neuen Rathaus ein neues Zeichen durchgesetzt. Es wurde zweifellos vom Maler J. Messner durchgeführt. Es wurden eingentlich beide Gestalten des Zeichens verbunden, denn es hat die geläufige Form mit Tor und Türmen, aber am Schild steht unter den Schlüsseln der Löwe. Diese willkürig eingeführte Wappengestalt wurde bis ins Jahr 1936 benutzt.
     Damals, wenn der erste tschechische Bürgermeister Otto Chadraba nach Wahlensieg zur Macht kam, reichte die tschechische Stadtleitung einen Auftrag an die Wappenänderung hin. Sie wollten die Gestalt aus dem Jahre 1493 zurück, an der der Böhmische Löwe dominierte. Die neue tschechische Leitung lag diesem neuen Wappen wahrscheinlich eine neue Bedeutung zu und sie sah darin das Symbol ihres Sieges, des Sieges des tschechischen Volkes über der faschistischen Stadtverwaltung. Aus diesem Grund wurde es sofort nach der Hinreichung am 5. März verwendet. Das Innenministerium hatte keine Einwände gegen diese Änderung. Sie beauftrugen eine bessere Vorbildzeichnung und ihre Bewilligung wurde versprochen. Die Verhandlung dauerte bis 1938. Sie wurde auch zur Zeit der Besetzung erneuert, aber nie bis Ende geführt. Trotzdem verwendete man das Zeichen mit dem Löwen und den Schlüsseln mit Bewusstsein seiner künftigen Abstimmung ständig bis in die neuere Zeit. Dieses Zeichen des Sieges des tschechischen Volkes stellt auch heute ein würdiges Symbol dar.


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